
Die Basis: Mediterrane Klassiker
Die mediterrane Küche hat uns einige der vielseitigsten Kräuter beschert, die heute in fast jeder Küche zu finden sind. Sie stehen für Sonne, Leichtigkeit und aromatische, aber unkomplizierte Gerichte. Typische Vertreter wie Basilikum, Petersilie, Thymian, Oregano oder Rosmarin bringen eine harmonische Würze mit, ohne ein Gericht zu „überdecken“.
Gerade für Einsteiger sind diese mediterranen Klassiker ideal: Sie lassen sich leicht dosieren, passen zu einer großen Bandbreite an Speisen und funktionieren sowohl frisch als auch getrocknet. Ein einfaches Nudelgericht, ein Blech Ofengemüse oder ein gegrilltes Stück Fleisch gewinnen mit einer Handvoll frischer Kräuter sofort an Tiefe und Charakter. Wer mit diesen Basis-Kräutern beginnt, merkt schnell, wie wenig es braucht, um alltägliche Rezepte spannender zu machen – ganz ohne komplizierte Kochtechniken.
Mit nur wenigen Sorten im Kräutertopf oder im Kühlschrank legt man sich so ein aromatisches Fundament zurecht, auf dem sich zahllose Gerichte aufbauen lassen. Mediterrane Kräuter sind damit nicht nur geschmacklich eine sichere Bank, sondern auch der perfekte Einstieg in die bunte Welt der Kräuterküche.
Basilikum
Basilikum ist der Star der italienischen Küche. Seine großen, saftigen Blätter haben ein süßlich-würziges Aroma mit leichter Pfeffernote. Es harmoniert perfekt mit Tomaten, Mozzarella und Olivenöl.
Typische Verwendung: Caprese-Salat, Pesto, Pizza, Pasta und Tomatensaucen.
Petersilie
Petersilie ist ein Allrounder in der Küche. Es gibt sie in zwei Varianten: krause und glatte (italienische) Petersilie. Die glatte Variante hat ein intensiveres Aroma und ist leichter zu waschen.
Typische Verwendung: Kartoffelgerichte, Suppen, Saucen, Fischgerichte und als Garnitur.
Aromatische Kräuter mit Charakter
Diese Kräuter bringen besonders intensive Aromen mit und können Gerichten eine unverwechselbare Note verleihen. Sie sind etwas anspruchsvoller im Einsatz, aber mit ein wenig Übung unverzichtbar.
Rosmarin
Rosmarin hat nadelartige Blätter mit einem intensiven, harzigen Aroma. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und verträgt Hitze sehr gut, weshalb er sich ideal zum Mitkochen eignet.
Typische Verwendung: Bratkartoffeln, Lamm, Hähnchen, Rind und mediterrane Gemüsegerichte.
Oregano
Oregano ist ein Klassiker der mediterranen Küche mit einem würzig-herben Aroma. Interessanterweise entfaltet getrockneter Oregano oft ein intensiveres Aroma als frischer.
Typische Verwendung: Pizza, Tomatensaucen, griechische Salate, Fleischgerichte und Marinaden.
Salbei
Salbei hat samtige, grau-grüne Blätter mit einem intensiven, leicht kampferartigen Aroma. Er ist ein Kraftpaket an Geschmack und sollte sparsam eingesetzt werden.
Typische Verwendung: Pasta (besonders mit brauner Butter), Saltimbocca, Fleischgerichte und Kartoffeln.
Frische Kräuter für Salate und kalte Gerichte
Diese Kräuter entfalten ihr Aroma am besten, wenn sie frisch und unerhitzt verwendet werden. Sie eignen sich hervorragend für Salate, kalte Saucen und als Garnitur.
"Frische Kräuter sind wie ein Zauberstab in der Küche – mit einer kleinen Menge kann man ein einfaches Gericht in etwas Besonderes verwandeln."
Schnittlauch
Schnittlauch hat röhrenförmige, grasartige Halme mit einem milden Zwiebelaroma. Er ist eines der vielseitigsten Küchenkräuter und besonders anfängerfreundlich.
Typische Verwendung: Kräuterquark, Eierspeisen, Salate, Suppen und Kartoffelgerichte.
Dill
Dill hat feine, federartige Blätter mit einem unverwechselbaren, leicht süßlichen Aroma. Er ist besonders in der nordischen und osteuropäischen Küche beliebt.
Typische Verwendung: Fischgerichte, Gurken, Kartoffelsalat, Joghurtsaucen und Suppen.
Koriander
Koriander spaltet die Geschmäcker – für manche ein frisches, zitrusartiges Aroma, für andere seifig. Er ist unverzichtbar in der asiatischen und lateinamerikanischen Küche.
Typische Verwendung: Curries, Salsas, asiatische Suppen, Guacamole und mexikanische Gerichte.
Besondere Kräuter für spezielle Gerichte
Diese Kräuter haben sehr charakteristische Aromen und werden gezielt für bestimmte Gerichte eingesetzt. Sie sind nicht unbedingt Alltagskräuter, aber für bestimmte Rezepte unverzichtbar.
Liebstöckel (Maggikraut)
Liebstöckel hat ein intensives, an Brühe erinnerndes Aroma – daher auch der Name "Maggikraut". Es ist ein kraftvolles Kraut, das sparsam eingesetzt werden sollte.
Typische Verwendung: Suppen, Eintöpfe, Kartoffelgerichte und Gemüsegerichte.
Majoran
Majoran hat ein würzig-süßliches Aroma mit einer leichten Schärfe. Er ist mit Oregano verwandt, hat aber ein milderes, feineres Aroma und wird besonders in der deutschen und osteuropäischen Küche geschätzt.
Typische Verwendung: Würste, Hackfleischgerichte, Eintöpfe und Kartoffelgerichte.
Vielseitige Kräuter für süße und herzhafte Gerichte
Einige Kräuter sind besonders vielseitig und können sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten verwendet werden. Sie eignen sich auch hervorragend für Getränke.
Minze
Minze hat ein erfrischendes, kühlendes Aroma. Es gibt verschiedene Sorten wie Pfefferminze, Apfelminze oder Marokkanische Minze, die sich in ihrer Intensität und Nuancen unterscheiden.
Typische Verwendung: Tee, Cocktails, Desserts, Salate, Lammgerichte und orientalische Gerichte.
Zitronenmelisse
Zitronenmelisse hat ein zitroniges, erfrischendes Aroma. Sie gehört zur Familie der Minzen, hat aber einen deutlichen Zitruscharakter ohne die typische Minzschärfe.
Typische Verwendung: Tee, Desserts, Fischgerichte, Salate und Fruchtgerichte.
Gesundheitliche Vorteile von Küchenkräutern
Kräuter sind nicht nur Geschmacksträger, sondern auch kleine Kraftpakete voller gesunder Inhaltsstoffe. Sie können dazu beitragen, den Salzkonsum zu reduzieren und bringen viele positive Eigenschaften mit.
| Wirkung | Nutzen für den Körper |
| Entzündungshemmend | Viele Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Oregano haben entzündungshemmende Eigenschaften |
| Antioxidativ | Schützen Zellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress |
| Verdauungsfördernd | Kräuter wie Minze und Basilikum können die Verdauung anregen und Beschwerden lindern |
| Antibakteriell | Thymian, Oregano und Salbei haben natürliche antibakterielle Eigenschaften |
| Vitaminreich | Besonders Petersilie ist reich an Vitamin C, K und A |
Klassische Kräuterkombinationen
Bestimmte Kräuter harmonieren besonders gut miteinander und bilden traditionelle Mischungen, die in vielen Küchen weltweit Verwendung finden.
Bouquet Garni
Eine klassische französische Kräutermischung, die traditionell aus Thymian, Lorbeerblatt und Petersilie besteht. Sie wird meist zusammengebunden und in Suppen oder Eintöpfen mitgekocht.
Typische Verwendung: Suppen, Eintöpfe, Schmorgerichte und Saucen.
Fines Herbes
Eine zarte französische Mischung aus Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Estragon. Im Gegensatz zum kräftigen Bouquet Garni werden Fines Herbes meist frisch und am Ende der Garzeit hinzugefügt.
Typische Verwendung: Eierspeisen, Fischgerichte, helle Saucen und Salate.
Kräuter der Provence
Eine mediterrane Mischung, die typischerweise Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran und manchmal Lavendel enthält. Sie ist charakteristisch für die Küche der Provence.
Typische Verwendung: Gegrilltes Fleisch, Gemüsegerichte, Kartoffeln und Marinaden.
Die richtige Kräuterwahl für jedes Gericht
Die Welt der Küchenkräuter ist vielfältig und spannend. Mit den hier vorgestellten wichtigsten Kräutern hat man eine solide Grundlage für fast jedes Gericht. Anfänger können mit den milderen, vielseitigen Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch und Basilikum beginnen und sich dann nach und nach an intensivere Aromen wie Rosmarin, Thymian und Salbei herantasten.
Beim Kochen mit Kräutern gilt: Frische Kräuter werden meist am Ende der Garzeit oder direkt vor dem Servieren hinzugefügt, während robustere Kräuter wie Rosmarin und Thymian auch längere Garzeiten vertragen und ihr Aroma dabei entfalten. Mit etwas Übung und Experimentierfreude findet man schnell heraus, welche Kräuter zu welchen Gerichten passen und wie man sie am besten kombiniert.